Berlin, 02.05.2016: Am Mittwoch, dem 4. Mai werden die Tarifverhandlungen für die rund 230.000 Beschäftigten bei den privaten und öffentlichen Banken in Berlin aufgenommen. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) fordert eine Erhöhung der Gehälter um 4,9 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten sowie eine Anhebung der Ausbildungsvergütungen um 80 Euro. Außerdem soll das Ergebnis auch für Beschäftigte mit außertariflicher Bezahlung übernommen werden.
 
Trotz zahlreicher Umbrüche im Bankgewerbe und einem schwierigen Umfeld sehe ver.di die Banken in Deutschland nach wie vor in einer wirtschaftlichen Situation, die eine Erhöhung der Gehälter in der geforderten Höhe durchaus rechtfertige und ermögliche, betont Bundesvorstandsmitglied und Verhandlungsführer Christoph Meister.

Bisher habe der Umbau vor allem auf dem Rücken der Beschäftigten stattgefunden. In den letzten 15 Jahren seien bei den privaten Banken 30 Prozent der Arbeitsplätze abgebaut worden. Trotz der daraus resultierenden starken Verdichtung der Arbeit hätten die Beschäftigten dafür gesorgt, dass die Erträge der Banken in den letzten Jahren stabil geblieben seien, so Meister. Es gebe auch in diesem Jahr keine Anzeichen dafür, dass sich die Ertragskraft signifikant verschlechtert habe. Die Unternehmen der Branche hätten sich auf die veränderten Rahmenbedingungen, wie beispielsweise der Niedrigzinsphase, der zunehmenden Digitalisierung und Regulierung eingestellt. Nahezu alle Banken hätten hohe Gewinne erwirtschaftet. So habe beispielsweise in der letzten Woche die Deutsche Bank mit einem Quartalsgewinn von 236 Millionen Euro überrascht. „Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wirken sich auch für die Banken günstig aus: Die Arbeitslosigkeit bewegt sich weiter auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau und der Außenhandel steuert trotz Schwankungen der Weltwirtschaft auf ein Rekordhoch zu“, konstatiert das ver.di-Bundesvorstandsmitglied. Nicht zuletzt der durch die Gewerkschaften durchgesetzte flächendeckende gesetzliche Mindestlohn habe zu einer nachhaltig verstärkten Binnennachfrage geführt. Immer mehr erwerbstätige Menschen würden Bankdienstleistungen nachfragen.

„Wenn die Banken in Deutschland jammern, dann tun sie das auf einem sehr hohen Niveau. Von begrenzten Spielräumen für eine Erhöhung der Gehälter kann überhaupt keine Rede sein“, so Meister. „Immer weniger Beschäftigte sorgen dafür, dass wir in Deutschland über ein gut funktionierendes Bankwesen verfügen und Kundinnen und Kunden wertvolle Beratung in existenziellen Fragen erhalten. Mit dieser anspruchsvollen Tätigkeit erwirtschaften Bankbeschäftigte zudem stabile Erträge für die Institute, an diesen Gewinnen müssen sie auch entsprechend beteiligt werden.“ Diese besondere Leistung müsse sich jetzt auch in der Gehaltsentwicklung widerspiegeln.


Hinweis für die Redaktionen:
Der Verhandlungsauftakt wird ab 10:30 Uhr durch eine Aktion von Bankbeschäftigten aus Berlin vor dem Verhandlungsort, der Geschäftsstelle des AGV Banken in der Burgstraße, begleitet. Für die Tarifverhandlungen hat ver.di mit den Arbeitgebern nach dem Auftaktgespräch am Mittwoch weitere Verhandlungstermine für den 1. Juni und den 28. Juni vereinbart.
Für Rückfragen: Jan Duscheck, Bundesfachgruppenleiter Bankgewerbe, Tel.: 01606166687. Aktuelle Informationen sowie Hintergrundmaterial finden Sie auch im Pressebereich der Kampagnenseite zur Tarifrunde: www.tarifrunde-banken.de 
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John Doey

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