In der ersten Verhandlungsrunde zeichneten die Bankarbeitgeber eine Branchensituation, die farblich nicht abzubilden ist. Nennen wir sie „dunkelschwarz“. Wieder einmal betonten sie, die Vergütung der Bankangestellten sei überdurchschnittlich hoch. Fazit: Wir sind weit entfernt von einem Tarifabschluss, wir sind weit entfernt von Respekt und Wertschätzung.

Gehaltserhöhung

ver.di: Das Umfeld ist zwar schwierig, doch die Branche befindet sich zunehmend in wirtschaftlich stabiler Lage und konsolidiert sich. Die Banken haben sich auf veränderte Rahmenbedingungen wie die anhaltende Niedrigzinsphase, die zunehmende Digitalisierung und Regulierung eingestellt. Der Personalabbau hat sich fortgesetzt: Allein bei den Privatbanken sank die Beschäftigtenzahl seit 2000 um 84.000 (= 1/3 aller Beschäftigten!).  Noch immer liegt die Tarifentwicklung im Bankgewerbe im Vergleich zur Gesamtwirtschaft zurück: Seit 2000 stiegen die Tarifgehälter in der Gesamtwirtschaft um 36,9 Prozentpunkte. Im Bankgewerbe jedoch nur um 33,2 Punkte.
Arbeitgeber: Die Vergütung bei Banken sei überdurchschnittlich hoch, 37,16 Euro je Arbeitsstunde (Anm.:Das entspräche 6.280 Euro pro Monat.) Die Banken würden unter anhaltend struktureller Ertragsschwäche leiden. Deshalb sei der Verteilungsspielraum äußerst eingeschränkt und deutlich geringer als in der letzten Tarifrunde.
Zusammengefasst: Trotz schwierigen Umfelds befinden sich die Banken auf dem Weg der Konsolidierung. Aber: Immer weniger Beschäftigte müssen immer mehr leisten und sollen von der allgemeinen Gehaltsentwicklung abgekoppelt werden. Das ist kein tragendes Geschäftsmodell.

Dynamisierung der AT-Gehälter und gleiche Bezahlung gleicher Tätigkeiten
ver.di: Hier sehen wir einen großen Handlungsbedarf. Die Anzahl der AT-Angestellten nimmt seit Jahren zu. Viele haben seit langem keine individuelle Gehaltserhöhung bekommen. Dazu haben wir verschiedene tarifliche Lösungsideen eingebracht.
Arbeitgeber: Wir sind grundsätzlich gesprächsbereit sollten uns in der nächsten Runde dazu austauschen.
Zusammengefasst: Wir haben das Thema platziert. Doch: Gesprächsbereitschaft ist noch kein Tarifergebnis.

Übernahme der Auszubildenden
ver.di: Unsere tariflichen Absprachen zur Übernahme werden in der Praxis häufig nicht eingehalten. Deshalb sehen wir Handlungsbedarf in Fragen der verbindlichen Übernahme nach Abschluss der Ausbildung.
Bankarbeitgeber: Eine Übernahmeverpflichtung werde es keinesfalls geben.

Attraktivität des Berufsbildes
Grundsätzlich erklärten sich die Bankarbeitgeber auf unseren Vorschlag hin bereit, nach der Tarifrunde in einen Austausch darüber einzutreten, wie die Attraktivität des Berufsbildes gesteigert werden kann.

Die nächste Verhandlungsrunde findet am 01. Juni 2016 in Frankfurt am Main statt.
Dann muss Schluss sein mit der Schwarzmalerei! Am besten geht das, wenn jetzt Bankangestellte Farbe bekennen und Respekt und Wertschätzung aktiv einfordern.Flugblatt: 1. Verhandlungsrunde Banken

Artikel teilen:
John Doey

John Doey

Vestibulum bibendum felis sit amet dolor auctor molestie. In dignissim eget nibh id dapibus. Fusce et suscipit orci. Aliquam sit amet urna lorem. Duis eu imperdiet nunc, non imperdiet libero.

Kommentar veröffentlichen